Tiergesundheit

Fischpocken (Cyprinid Herpesvirus I)

Fischpocken (Cyprinid Herpesvirus I)



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Fischpocken, auch Karpfenpocken oder Warzen genannt, sind eine chronische Hautkrankheit von Karpfen und mehreren verwandten Arten von Cypriniden (Familie der Weichstrahlfische), einschließlich Zier-Koi. Die Krankheit wird durch ein Virus verursacht, aber im Gegensatz zu seinem Namen ist der Erreger ein Herpesvirus, kein Pockenvirus. Dieser spezielle Wirkstoff ist ein Cousin der Viren, die beim Menschen Windpocken und Fieberblasen verursachen. Über ähnliche Zustände unbekannter Ursache wurde bei anderen Fischarten berichtet.

Fischpocken sind eine der ältesten bekannten Fischkrankheiten, die erstmals im Mittelalter erkannt wurden, obwohl eine virale Ursache erst in den 1960er Jahren nachgewiesen wurde. Die lange Krankheitsgeschichte spiegelt wahrscheinlich die lange Beziehung zwischen der Karpfenaquakultur und dem Menschen in Europa und Asien wider. Die Krankheit tritt heute im Wesentlichen überall dort auf, wo Karpfen gezüchtet werden.

Die Krankheit ist hauptsächlich kosmetisch und leichte Infektionen haben nur geringe Auswirkungen auf den Wirt. In schweren Fällen wachsen die Fische jedoch schlecht und es kann zum Tod kommen. Das Virus befällt Zellen, die die Epidermis oder die oberflächliche Komponente der Haut bilden. Diese Zellen, Epithelzellen genannt, werden durch das Virus dazu gebracht, sich zu vergrößern und zu proliferieren. Während dieses Vorgangs wird die hochgeordnete Struktur der Haut gestört, was zur Bildung eines gutartigen Tumors führt, der als Papillom bezeichnet wird und auch als Warze bezeichnet wird.

Anzeichen von Fischpocken sind glänzende, glatte, flache, milchig bis bräunliche, leicht erhabene Plaques auf der Hautoberfläche. Die Plaques sind fest und klein, können sich jedoch zu größeren, unregelmäßig geformten Läsionen von mehr als 2,5 cm Größe zusammenlagern. Die Plaques sind nicht dauerhaft, können jedoch Monate andauern, bevor sie sich zurückbilden. Sobald die Plaques verschwunden sind, können die betroffenen Stellen dunkel pigmentiert werden und den Wert von Zierfischen zerstören. Gelegentlich können Läsionen ulzerieren und sekundär infiziert werden
Bakterien.

Die Wassertemperatur ist ein wichtiger Faktor für die Inkubationszeit und die Persistenz der Hautläsionen. Es dauert ungefähr zwei Monate, bis die Plaques oder Papillome bei 50 ° F erscheinen. Daher treten Ausbrüche im Winter und frühen Frühling bei niedrigeren Wassertemperaturen auf und klingen dann ab, wenn die Temperaturen in den Sommer steigen. Die Krankheit tritt normalerweise nur bei Fischen auf, die älter als ein Jahr sind. Wenn die Umgebungsbedingungen stimmen, kann es in den folgenden Jahren zu einem erneuten Auftreten im selben Teich kommen.

Tierärztliche Versorgung

Ihr Tierarzt kann eine vermutliche Diagnose der Pocken stellen, die auf dem Vorhandensein charakteristischer Hautläsionen bei Koi und verwandten Arten beruht. Um die Diagnose zu bestätigen, muss eine Biopsie der Hautläsionen chirurgisch entfernt und einem pathologischen Labor vorgelegt werden, in dem das Gewebe auf mikroskopische Veränderungen untersucht wird, die für die Krankheit typisch sind und als virale Einschlusskörper bezeichnet werden. Der Pathologe kann empfehlen, ein Stück Haut unter einem Elektronenmikroskop zu untersuchen, um die tatsächlichen Viruspartikel sichtbar zu machen. Zusätzliche diagnostische Methoden, einschließlich Virusisolierung in Zellkulturen oder Fluoreszenzantikörpertests, können angewendet werden, sind jedoch möglicherweise nur in spezialisierten Labors verfügbar, die mit Fischkrankheiten vertraut sind.

Es wurde vermutet, dass bestimmte externe Parasiten, wie Hautflocken und Blutegel, in der Lage sein könnten, das Virus von Fisch zu Fisch zu übertragen. Fische, bei denen das Risiko einer Infektion besteht, sollten auf äußere Parasiten untersucht und angemessen behandelt werden. Möglicherweise ist eine Antibiotikatherapie erforderlich, um sekundäre bakterielle Infektionen zu behandeln.

Heimpflege

Es gibt keine spezifischen Behandlungen, die das Virus beseitigen oder eine schnellere Rückbildung der Hautläsionen bewirken. Fische mit Hautläsionen, die für Pocken charakteristisch sind, sollten sofort isoliert werden, um die Ausbreitung der Krankheit zu begrenzen. Stellen Sie sicher, dass der Fisch frisst, und sorgen Sie für eine möglichst stressfreie Umgebung, indem Sie die Wasserqualität aufrechterhalten.

Vorsorge

Das Virus scheint eine hohe Wirtsspezifität für Cypriniden zu haben, und nicht verwandte Arten scheinen nicht gefährdet zu sein. Die Krankheit kann direkt von Fisch zu Fisch übertragen werden, insbesondere unter beengten Verhältnissen. Die Übertragung wird durch ein Trauma auf die Haut erleichtert. Vermeiden Sie daher unnötige Netze oder Materialien in einem Teich, die die Haut schädigen können.

Die Schlüssel zur Prävention sind Vermeidung und Quarantäne. Vermeiden Sie beim Kauf neuer Fische die Krankheit, indem Sie genau untersuchen, ob typische Hautveränderungen vorliegen. Beachten Sie jedoch, dass es mehrere Monate dauern kann, bis die Papillome sichtbar werden. Stellen Sie aus diesem Grund neue Aquarien- oder Teichfische mindestens einen Monat lang unter Quarantäne. In dieser Zeitspanne können sich in der Regel Anzeichen von Krankheiten manifestieren, bevor sich diese auf Ihre etablierte Fischpopulation ausbreiten können.

Es gibt Hinweise darauf, dass hoch inzuchtfähige Fische anfälliger sind.
Während Inzuchtfische wünschenswertere körperliche Merkmale aufweisen können, sind sie im Allgemeinen schwächer und sollten vermieden werden.